Samstag, 29. Dezember 2012

Bylda Geschwister in Sareiken

26.12.1943 in Sateiken



Friedel Bylda in Sareiken
Friedel Klerner (geb. Bylda), ca. 1975, vermutlich zu Besuch in Koblenz

Friedel, Amalie, Gertrud, Kastellaun, ca. 1972

Bunelka, Masuren 1942
Hedwig Bylda in Masuren

Masuren ca. 1943
Hedwig Bylda, Martha Sczech, Gertrud Bylda, Friedel Bylda




Freitag, 28. Dezember 2012

August Bylda

Über August Bylda ist wenig bekannt. Geboren wurde er am
1.7.1891 in Tatzken, Kreis Johannisburg (Masuren). 
Von 1919 bis 1929 lebte er mit Familie in Bachort, danach
Übersiedlung nach Sareiken. 1949 Flucht in den Hunsrück.
Am 5.6.1956 ist August Bylda in Gödenroth (Hunsrück) gestorben.

Während dem II. Weltkrieg war er Gutsverwalter, vermutlich in
Weißrußland und der Ukraine. Genaues ist nicht bekannt. Zitat
Onkel Ernst: Wenn den die Russen erwischt hätten, der wäre nicht im
Bett gestorben".

*) Bachort bis 1938 Ortsbezeichnung Jebrammen

 

Ostpreußen um 1920
Verwaltungsübersicht Ostpreußen mit Demarkationslinie
ab 1945
zwischen dem polnischen und russischen Verwaltungsbereich



Franz Bylda, ältester Sohn und Gertrud Bylda, älteste Tochter,
wurden 1920 / 1923 in Bachort geboren.





August Bylda, 18.4.1915

Wer erkennt den August?
Weihnachten im Hunsrück
Amalie und August Bylda *), ca. 1950
*) Martin sagt, Herr Scheider, wurde weit über 90
August Bylda 1941 in Sareiken

August Bylda ca. 1941 in seinem Auto,
soll das erste Auto in Sareiken gewesen sein.

Amalie und August Bylda 1943



Beerdigung August Bylda im Juni 1956 in Gödenroth
Gertrud, Olga, Max, Waltraud, Hanna, Amalie, Georg, Hedwig, Adolgf, Frieda
Warum der Sohn Franz Bylda mit Friedchen auf dem Bild fehlen ist nicht bekannt.


Statzken - Tatzken

bulletGründung: 1507 durch den Deutschen Ritterorden
als Freigut mit 9 Hufen zu magdeburgischem Recht.
bulletEinwohner: 80 (Stand 1939)
bulletFläche:
bulletKirche in Großrosen
bulletSchule in Diebau
bulletgeographische Lage:
32 km nordöstlich von Johannisburg
  3 km nordöstlich von Großrosen (Groß Rosinsko)
bulletRegierungsbezirk:
bis 1905: Gumbinnen, ab 1905: Allenstein
bulletKreis: Johannisburg
bulletAmtsbezirk 1939: Großrosen
bullet ev. Kirchspiel: Großrosen (Gr. Rosinsko)
bulletrk. Kirchspiel: Johannisburg
bulletStandesamt: Großrosen (Gr. Rosinskso)







Film über Johannisburg








Tante Hedwigs Fotoalben mit Masurenbildern

Haus Bylda in Sareiken um 1941 mit den Byldas:
Gertrud, Amalie, Friedel, Olga, Hanna, Franz, August, Hedwig, Georg

Auf dem Hof Bylda, im Hintergrund der Maschinenschuppen

Ernte, vermutlich Hof Bylda

Melkausbildung, welchen Knirps *) Gertrud hier ausbildet ist unbekannt
(vermutlich schon im Hunsrück/Gödenroth)

*) Siggi hat sich als Knirps wiedererkannt


Amalie Bylda, links, wer die anderen sind, wann und wo? Keine Ahnung *)

*) Siggi hat sich auch hier als Knirps rechts außen wiedererkannt


Weihnachten in der neuen Heimat Hunsrück,
ob der Mann hinter Oma Amalie ihr Mann August Bylda *)  ist?

*) Siggi sagt ja, der Mann mit dem Schnauzbart ist August Bylda
Martin sagt nein, ist Herr Schneider, wurde weit über 90

Somit die Reihenfolge:
Franz, Georg Friedchen, Olga, Max, Hanna. Gertrud, Amalie, Herr Schneider, Frau von Herrn Schneider, Schneider sind Friedchens Eltern, der letzte in der Reihe?




Dienstag, 16. Oktober 2012

Gemeinsamer Friedhof Montzen, Sareiken, Monken und Sarken

Im Mai 2012 haben Jola und Martin bei ihrer Rundreise durch Masuren den "Gemeinsamen Friedhof der Dörfer Monken, Montzen, Sareiken und Sarken besucht.

Der Friedhof ist schon sehr zugewachsen und verfallen.

Auffällig war ein sehr frisches Grab. (Die Blumen sind aus Kunststoff)

Lothar Jegull, Geb. 27.03.1940, Gestorben 3.03.2012


Das Familiengrab der Jegulls auf dem Friedhof


Siggi konnte sich sofort an Lothar Jegull erinnern, da er bei seiner Reise 2004 mit Ernst und Rosemarie in der Reisegruppe dabei war. Ein Recherche von Siggi am 14.10.2012 beim Sczech-Familientreffen in Kastellaun ergab, dass der gute Lothar Jegull nach Masuren zurück gegangen war und dort schwer erkrankte. Ein Operation an der Lunge sollt 20.000€ kosten, die er nicht aufbringen konnte. Nach langen Kampf wurde er schließlich doch noch operiert. Die Operation verlief auch gut, aber dennoch ist er kurze Zeit später plötzlich verstorben.



Kreisvertreter Gerd Bandilla hat am 17.3.2012 an alle Kreistagsmitglieder folgenden 61. Rundbrief
versandt:
 
Zunächst muss ich Ihnen die traurige Nachricht mitteilen, dass Kreisausschuss-Mitglied
Lothar Jegull (Sarken) am  3. März 2012 nach einer schweren Operation in Warschau verstorben ist.
Am Wasserturm in Lyck hat eine Trauerfeier stattgefunden. Die Urne mit seinen sterblichen Überresten wurde seinem Wunsche entsprechend auf dem Friedhof „Am Monker Berg“ in das Grab seines im Jahre 1951 verstorbenen Großvaters beigesetzt. Haupterbe seines Nachlasses ist der Verein der Deutschen Minderheit in Lyck. Lothar Jegull bleibt in unseren Reihen als sehr heimatbewusster Landsmann unvergessen.



Ostpreußenblatt 12. November 1983: Aus den Heimatkreisen . . .
Die Kartei des Heimatkreises braucht Ihre Anschrift. Melden Sie deshalb jeden Wohnungswechsel.
Bei allen Schreiben bitte stets den letzten Heimatort angeben.









Sonntag, 7. Oktober 2012

Tante Olga erzählt

Olga in Masuren, ca. 1942

Ich stelle mir schon sehr lange vor, wieeine elf köpfige Familie in so einem kleinen Haus leben konnten,denn es lebte, nachdem die Großeltern verstorben waren, auch noch Onkel Gustaf, deiner Omas Bruder bei uns. Ja, ja, ja, das ist mein Geburtshaus, nun haben sie es endlich schön gemacht, neues Dach und einen neuen Anstrich.
2012 Hof Urbanowicz auf ehemaligem Hof Bylda
Ich habe eure Berichte sehr offt gelesen, ich sehe mich Knirps, mit meinen grossen Geschwistern im Garten vor dem Wohnzimmerfenster liegen und unsere Mutter spielte auf ihrem Harmonium bei offenem Fenster. Offt waren Marta und Liesbeth dabei.
vor 1945: Frieda Gorski (verwitwete Sczech, geb. von Schwydersky) und Amalie Bylda

DerTeich hinter dem Stall ist auch grösser geworden und der Stall um die Hälfte kleiner. Was hatten wir Kinder für einen Spass auf dem Teich,vor allem im Winter, ich habe noch eine empfintliche Narbe an meinem linken Fussballen, bin im Teich in eine Scherbe gereten.


1980 Hof Urbanowicz auf ehemaligem Hof Bylda (Foto vermutlich von Franz Bylda)


Sehr, sehr viel später ist Tante Olga dann mit Ehemann Heinz mit einem eigenen Schiff um die Welt gefahren. Das Stadt Magazin Castrop-Rauxel Hagen Iserlohn Lünen Witten berichtet:
Heinz und Olga auf großer Fahrt

Weiße Sandstrände eingerahmt von grünen Palmenwäldern, flammende Sonnenuntergänge, das Rauschen der Wellen und immer wieder Wasser, so weit das Auge reicht: Die Lüner Olga und Heinz Kohlberg haben ihren großen Traum von der Freiheit gelebt! Doch auf ihrer zwei Jahrzehnte währenden Weltreise lernten sie auch die Schattenseiten des Lebens auf den sieben Weltmeeren kennen.

Von der großen weiten Welt hatten ›Oli und Heinz‹ schon lange geträumt. Doch es vergingen noch zehn Jahre, bis das abenteuerlustige Ehepaar tatsächlich in See stechen konnte: Zunächst musste ihre 14 m Stahl-yacht in Eigenarbeit fertiggestellt werden. 1991 war es dann endlich so weit: Die ›Tosimoh‹ (der Name leitet sich ab aus den Vornamen der Familienmitglieder: Thomas, Simone, Olga und Heinz) hielt Kurs auf nördliche Gefilde. Dänemark, Schweden und Norwegen standen auf dem Programm. Dann ging es durch den Nord-Ostseekanal und die Biscaya ins Mittelmeer bis nach Gibraltar, von wo aus die beiden über den großen Teich in die Karibik segeln wollten. »Doch als wir die vielen Yachten sahen, die alle dasselbe vorhatten, verging uns die Lust.« Kurzerhand machte das Ehepaar kehrt und segelte zurück durchs Mittelmeer ins Rote Meer.
Guraidhoo, eine zu den Malediven gehörige malerische Fischerinsel

In stockfinsterer Nacht passierte es: »Wir wurden von einem plötzlichen Ruck geweckt!« Die Tosimoh war, vermutlich durch eine starke Strömung, auf ein Riff getrieben. Olga und Heinz erinnern sich noch genau: »Wir waren manövrierunfähig und befanden uns mitten in einem gefährlichen Korallenkessel.« In mehrstündiger Schwerstarbeit gelang es dem Skipper und seiner Frau, mit Hilfe von vier Ankern und einem Beiboot, das Schiff in tiefere Gewässer zu bewegen. Doch was nun? Motor und Ruder hatten den Geist aufgegeben, Hilfe war nicht in Sicht. »In zehn Tauchgängen habe ich das 3,5 Zentner schwere Ruder demontiert und an Bord geschafft«, erzählt Heinz. Der gelernte Stahlmeister fertigte ein Notruder aus einem Bodenbrett. Dieses Unterfangen dauerte fünf Tage. Dann mussten die schicksalsgeprüften Segler noch warten, bis der Wind günstig stand, damit die Reise ohne Motor durch die Korallenriffe fortgesetzt werden konnte. Über Amateurfunk hatten sie erfahren, dass der nächste Hafen für die Reparatur in ›Jeddah‹ lag. Aber hier wartete schon das nächste Problem: Die Stadt Jeddah befindet sich im streng muslimischen Saudi-Arabien, welches für Touristen verschlossen ist.
Die beiden Weltreisenden erlebten einen regelrechten Kulturschock. »Wir wurden ständig überwacht, duften das Schiff zunächst nicht verlassen.« Für die Zeit der Reparatur stellte ihnen der deutsche Konsul immerhin ein Haus zur Verfügung. Doch besonders Olga konnte sich an die fremde Lebensweise nur schwer gewöhnen: »Zu jeder Zeit musste ich neben einer Kopfbedeckung auch eine traditionelle Abaya tragen. Auf der Baustelle durfte ich mich nicht blicken lassen, denn hier arbeiteten ja Männer. Und wenn ich in die Bank, zum Einkaufen oder ins Internet-Café gehen wollte, durfte ich als Frau nur die gesonderten Bereiche betreten.« Beide waren erleichtert, als der Törn durchs Rote Meer fortgesetzt werden konnte.
Pittureske Felsformationen in Thailand

Doch das nächste ›Abenteuer‹ ließ nicht lange auf sich warten. Um das piratenverseuchte Gebiet im Golf von Aden zu durchqueren, hatten sich die Lüner mit drei weiteren Booten zusammengetan. »Ursprünglich wollten wir offiziellen Geleitschutz anfordern. Die Antwort des Hafenmeisters: ›Ich gebe euch gerne ein paar Männer, kann aber nicht garantieren, dass die nicht auch versuchen, euch auszurauben!‹« In einer Nacht- und Nebelaktion schlichen sich die vier Yachten von dannen – vergeblich: »An einer berüchtigten Stelle, 230 Seemeilen südöstlich von Aden, sahen wir plötzlich zwei Speedboote mit hoher Bugwelle auf uns zurasen.« Die Segler hielten sich dicht zusammen, gaben mit Signalpistolen Warnschüsse ab und sendeten einen internationalen Notruf ab. »Es war noch gar nichts passiert, da hatte man unsere Kinder in Deutschland schon informiert, dass wir von Piraten angegriffen wurden.« Zum Glück gelang es den Besatzungen, die Seeräuber in die Flucht zu schlagen – so dachten sie jedenfalls. Am Horizont näherte sich nun ein größeres weißes Motorboot aus Richtung Aden. »Plötzlich waren die Speedboote wieder da, sammelten sich um das ›Mutterschiff‹ und starteten einen zweiten Angriff. Nur mit vereinten Kräften – Schusswechsel fanden statt und Leuchtraketen wurden abgeschossen – gelang es uns, die Angreifer abzuwehren.«
Die Tosimoh im Sonnenuntergang

Ein ›kleiner‹ Schreck fuhr den Deutschen an der Küste Omans in die Glieder, als sie ein Motorboot mit vermummten Gestalten sichteten, das direkt auf sie zuhielt. »Nach dem letzten Zwischenfall vermuteten wir das Schlimmste und gaben Gas.« Was Olga und Heinz nicht wussten: Sohn Thomas hatte von Deutschland aus alle Hebel in Bewegung gesetzt, um seinen Eltern zu helfen, und das Motorboot brachte den ersehnten Militärschutz, der die Deutschen sicher zum Hafen geleiten sollte. In Mukalla im angrenzenden Jemen wollten sie sich für die anstehende Etappe über den indischen Ozean   rüsten, die je nach Wetterlage Wochen, aber auch Monate dauern konnte. »Wir hatten uns so richtig ›vollgebunkert‹ und wollten gerade ablegen, als sich von allen Seiten Fischer in Einbaumbooten näherten. Zuerst dachten wir, dass man uns wieder ausrauben will. Aber schnell wurde klar: Diese Menschen hatten einfach nur Hunger.« Kurzerhand hieften Olga und Heinz einen Großteil ihrer Lebensmittel in Plastiksäcken über Bord. »Beim Wegsegeln konnten wir noch sehen, wir sich die Fischer in der Ferne über ihr ›Festmahl‹ hermachten.«
20 Jahre um die Welt

Im Indischen Ozean begann der angenehme Teil der Reise – und zwar der mit den Palmen, den Sandstränden und den Sonnenuntergängen. Das Seglerpaar besuchte die Seychellen und die Komoren, Madagaskar, Kenia, Tansania, Sansibar, die Malediven und viele andere ›Traumziele‹, schlemmte Palmenherzen und Kokoskrabben, beobachtete Wale und Riesenmantas, erlebte paradiesische Zustände, aber leider auch bittere Armut. »Chagos erschien uns wie das letzte Paradies überhaupt, hier verbrachten wir drei Monate, mit Fisch satt und traumhaften Tauchgängen.« Im Dezember nahmen Kohlbergs Kurs auf Malaysia. Auf der Insel Langkawi wollten sie in Ruhe das Weihnachtsfest verbringen. Doch das Schicksal meinte es anders: Am 26.12.2004 rollte der schlimmste Tsunami in der Geschichte über Südostasien, den indischen Ozean und Sri Lanka hinweg. Die beiden Marinas auf Langkawi wurden vollständig zerstört, viele Yachten sanken. »Unser Stahlschiff hat uns das Leben gerettet. Wir hatten riesiges Glück im Unglück!«
Die Tosimoh, wenngleich schwer beschädigt, konnte in Thailand wiederhergestellt werden. Von dort segelte das Paar noch nach Sri Lanka, ehe es die lange Heimreise antrat. Im Frühjahr 2009 erreichten Kohlbergs die Türkei, wo das von den Winden gebeutelte Schiff nun schon seit einem Jahr friedlich im Hafen liegt. Und ›Oli und Heinz‹? »Für große Segeltörns fehlt uns nach zwanzig Jahren voller Abenteuer die Kraft. Gerne besuchen wir aber unser Boot in der Türkei. Leider dürfen wir immer nur drei Monate bleiben, bevor unser Visum abläuft. Dann fliegen wir zurück nach Brambauer und die Tosimoh bleibt, wo es ihr am besten gefällt: in warmen Gewässern.«




Auch Bobby Schenk berichtet auf seiner Homepage von Olga und Heinz:
  Weinkelterei auf der TOSIMOH(11)
Eine abenteuerliche 16-Jahres-Reise und fünf Liter Reiswein

Skipper Heinz und Bordfrau Oli begannen vor 25 Jahren von der Großen Reise zu träumen. Ihre hübsche 14 m Stahlyacht TOSIMOH  bauten sie eigenhändig in 10 Jahren harter Arbeit.
1991 hatten sie es endlich geschafft und starteten ihre lang ersehnte Reise in nördliche Gefilde nach Dänemark, Schweden und Norwegen, bis es sie weiter in den Süden durch den Engl. Kanal und die Biscaya ins Mittelmeer zog, um sich von Gibraltar bis Zypern gründlich umzuschauen. Dann lockte die Karibik und auf gings zurück nach Gibraltar um von dort über den Atlantik zu segeln.
Doch was sie plötzlich da entdeckten, die Menge von Fahrtenyachten, die schon allein mit der Ralley über den grossen Teich wollten und mindestens genauso viele, die in eigner Verantwortung ihre Abenteuer auf dem Trip über den Ozean Richtung Westen vorbereiteten. Da verging Oli und Heinz die Lust. Nein, so hatten sich die beiden Dortmunder ein Leben auf den Sieben Weltmeeren nicht vorgestellt. Sie drehten enttäuscht um und segelten zurück durchs "Med" ins Rote Meer.
Als sie mühsam die Hälfte der Reise hinter sich hatten, passierte es. In stockdunkler Nacht, als vermutlich durch eine starke Strömung der Anker rutschte, lief die TOSIMOH auf ein Riff. Es war so finster, dass sie nicht wussten in welche Richtung sie mit dem inzwischen angeworfenen Motor die Yacht ins freie Wasser ziehen sollten, bis auch noch zu allem Übel der Motor seinen Geist aufgab. Am frühen Morgen entdeckten sie das Desaster, die Welle und das Ruder waren verbogen, sie saßen auf einem Riff, waren manövrierunfähig und keine Menschenseele weit und breit. Eine schier aussichtslose Situation! Heinz liess das Dinghi zu Wasser und brachte einen zweiten Anker aus und konnte sich so allmählich, indem er das Manöver mehrmals wiederholte auf einen sicheren Ankerplatz verholen. Jetzt kam dem Stahlmeister sein Beruf zu Gute und er fertigte aus einem Bodenbrett aus Alu ein Notruder an. Oli hatte inzwischen einen Notruf abgegeben um rauszufinden, wo der nächste geeignete Hafen für die notwendigen Reparaturen sei. Eine Stimme mischte sich in den Funkverkehr und rief nur ein Wort "Jeddah" .Man hat nie erfahren, wer den geeigneten Platz ausgesucht hat. Allerdings liegt Jeddah in Saudi-Arabien, einem Land, das für Touristen und Yachten verschlossen ist.
Die Segelei im Roten Meer ist wegen der widrigen Winde, der kurzen, steilen Welle, dem Schiffsverkehr und der Suche nach Ankerplätzen in dieser riffverseuchten Gegend ohnehin nicht gerade einfach und das auch noch ohne Maschine. Aber irgendwie schafften es die beiden in die Nähe von Jeddah zu kommen. Die dortigen Behörden, von dem Notfall benachrichtigt, waren sehr freundlich und hilfsbereit. Sie schleppten die TOSIMOH  in den Hafen, wo diese in 3 Wochen repariert werden konnte. Oli musste unter Deck bleiben und auch Heinz durfte das Schiff nicht verlassen. Solange, wie das Schiff an Land stand, musste das Ehepaar ausziehen und wurde vom deutschen Konsul aufgenommen. Nachdem die Reparatur zufriedenstellend erledigt war, konnte der Törn durchs Rote Meer fortgesetzt werden.
Doch nicht genug der Probleme, das nächste wartete schon im Indik. An der berühmt, berüchtigten Stelle im Golf von Aden zwischen 46 Grad E und 49 Grad E, 230 sm südöstlich von Aden warteten schon die Piraten. Bald war die TOSIMOH  von Speedbooten umzingelt. Glücklicherweise fuhren sie im Konvoy mit zwei weiteren Yachten, die mutig sofort zu Hilfe eilten. Die Seglerinnen hatten sich als Männer verkleidet, um die Angreifer zu beeindrucken. Es wurde ein Notruf abgegeben. Schusswechsel fanden statt und Leuchtraketen wurden abgeschossen. Als plötzlich ein größeres Motorboot erschien, atmeten die Segler auf und wähnten sich gerettet. Doch das Motorboot entpuppte sich als Mutterschiff der Piraten. Als die Yachties über Funk die Nachricht erhielten, dass zwei Schiffe aus der Berufsschifffahrt auf dem Weg waren, um ihnen zu Hilfe zu eilen und die drei Yachten sich weiterhin vehement verteidigten, drehten die Piraten ab und suchten das Weite.
Der nächste Schreck fuhr Oli und Heinz in die Glieder, als sie auf die Küste Omans zufuhren. Plötzlich näherte sich ein Motorboot mit mehreren vermummten Gestallten an Bord und nahm Kurs auf die TOSIMOH. Doch bald konnten Oli und Heinz aufatmen, als sich herausstellte, dass es sich bei der Besatzung des Motorbootes um Polizeischutz handelte, den man für sie aus dem Hafen Mukalla geschickt hatte und der sie sicher auf einen Liegeplatz begleitete.
Dann folgte eine vergnügliche Zeit für das deutsche Seglerpaar. Sie tummelten sich im Indik, besuchten die Seyschellen, Komoren, Kenia, Tansania, Chagos und die Malediven bis sie in die kleine hübsche Marina nach Telaga auf Langkawi/Malaysia kamen um hier in aller Ruhe das Weihnachtsfest zu verbringen.
So dachten sie, doch das Schicksal hatte sich bereits eine andere Bösartigkeit ausgedacht. Es war der 26. Dezember 2004 als eine der schlimmsten Katastrophen in der Weltgeschichte über Südostasien, einige Inseln im Indischen Ozean und Sri Lanka hereinbrach und sich der Tsunami mit einer bisher nie gekannten Zerstörungswut einen Weg durch die schmale Malacca-Strasse suchte und die beiden Marinas Rebak und Telaga Park auf der Insel Langkawi/Malaysien total zerstörte. Jeder, der etwas von der Seefahrt versteht, hätte Kopf und Kragen gewettet, dass niemals eine Welle in diese überaus geschützten, sicheren Marinas eindringen könnte. Es war auch nicht die Welle, es war die Strömung, die in Sekundenschnelle die großen schweren Pfähle, sowie die Stege rausriss und mitsamt den Yachten durchwirbelte wie in einer Waschmaschine. Die  TOSIMOH wurde mit dem ganzen Durcheinander durch die Einfahrt den schmalen Kanal nur Zentimeter an den Felsen und Untiefen vorbei in die Bucht gespült und anschließend wieder zurück. Oli und Heinz waren sofort an Deck gesprungen und ehe sie Zeit hatten, darüber nachzudenken, gab es alle Händevoll zu tun, andere Schiffe und alles was an Gerümpel rumschwamm wegzudrücken. Oli warf sich todesmutig einem Bugspriet entgegen, der drohte das Fenster einzudrücken und im gleichen Moment musste sie sich vor Stegtrümmern schützen, die über das Schiff flogen. Heinz hatte gleich mehrere Aufgaben, nicht nur von einer Seite auf die andere zu springen um seine schöne Yacht vor Schäden zu bewahren, viel mehr sorgte er sich um Oli, die er versuchte in die Kajüte zu drängen, weil sie sich immer wieder engagiert in gefährliche Situationen begab um ihr Schiff zu retten. Als der Spuck vorüber war, glich die Marina einem Trümmerhaufen. Die TOSIMOH  war schwer beschädigt. 
Sie wurde in Thailand in über 1 Jahr wiederhergestellt und sieht heute aus wie neu. Allerdings: Der Skipper hatte sich über einige Handwerker und ihre Arbeitsweise so aufgeregt, dass er mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Glücklicherweise lieferten die Doktores eine bessere Arbeit ab, sodass Heinz heute wieder genesen ist. 
Obwohl vom Gott der Meere schwer gebeutelt, lässt sich das tapfere Ehepaar nicht entmutigen, ist immer gut gelaunt und sieht positiv weiteren Segeltörns entgegen.

 














Aber jetzt zurück zum Rezept für ein besseres, vor allem fröhlicheres  Leben. Dieses erhielt Oli von Chris, SY HARMONY, 2004 im Indischen Ozean, und zwar  auf dem Salomon Atoll des Chagos Archipels.
Im Chagos Archipel treffen sich nämlich die Yachties, kommend von Südafrika oder Südostasien um einige Monate auf den unbewohnten Inseln zu verbringen. Versorgung gibt es dort keine, so hilft man sich gegenseitig. Der ein ist Fachmann für Maschinen, der andere Spezialist für Computer. Die geschickten Angler bringen Fische für das gemeinsame Essen, während die Damen leckeres Brot backen und neue SalatKreationen aus noch vorhandenen Konserven zaubern. 
Einfallsreichtum und Erfindergeist ist gefragt, so regte Chris Oli zur Weinzubereitung an, denn Wein ist in Südostasien, wo die meisten Yachten, die Chagos anlaufen, herkommen, nahezu unerschwinglich:

Zutaten 1kg Zucker
1/2 l Reis
1/4 l Rosinen
1 El Hefe
1 Tasse Tee (1 Teebeutel auf 1 Tasse)
Wasser

Zubereitung
Zucker in heissem Wasser lösen. Anschließend mit kaltem Wasser auffüllen. Wenn die Flüssigkeit abgekühlt ist, Reis, Rosinen, Tee und Hefe zugeben. Den Ansatz täglich häufig umrühren. Wenn keine Blasen mehr aufsteigen, ca. nach 6 -8 Tagen (je nach Temperatur) in geschlossene Behälter umfüllen. Weitere 6 - 8 Tage stehen lassen und in Flaschen abfüllen. Häufig setzt sich dann trotzdem eine weisse Substanz am Boden ab. Dann muss nochmals umgefüllt werden.
Alle zur Weinbereitung benötigten Gefäße müssen peinlichst gesäubert sein.